Fitnessmythen – Wie wird man Speck los und baut Muskeln auf?

Schlank, fit und gesund möchten wir sein, darum machen wir Sport. Seit einigen Jahren halten sich allerdings einige sehr hartnäckige Mythen rund um Fitness, Fett und Muskeln. Zeit, damit aufzuräumen.

1 Mythos: Damit der Bauch schön straff wird, gibt’s nur eins: Sit-ups – sie verbrennen Bauchfett

Nein, Sit-ups verbrennen nicht das Bauchfett, sie kräftigen aber die Bauchmuskulatur und stabilisieren den Rücken. Gegen die Fettpolster hilft nur viel Bewegung und eine kalorienreduzierte Ernährung.

2 Mythos: Insgesamt kann man aber durch Training gezielt an bestimmten Körperstellen Fett wegschmelzen lassen

Nein, gezieltes Abnehmen ist nicht möglich. Der Körper greift ganzheitlich auf seine Fettdepots zu.

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Mythos: Ungeliebtes Fett kann durch Training in Muskeln umgewandelt werden

Nein, aus Fett werden keine Muskeln. Fett schmilzt am besten durch bewusste Ernährung plus entsprechendes Training. Gleichzeitig wachsen dadurch die Muskeln. Auf der Waage macht sich das oft weniger bemerkbar, weil Muskeln nun mal schwerer sind als Fett. Einfach gut aussehen ist doch auch besser als zwingend federleicht durchs Leben zu gehen.

4 Mythos: Wer Abnehmen will, braucht Ausdauer: Kalorien werden erst ab 30 Minuten Sport verbrannt

Nein, Kalorien werden bei jeder Art von Körperbewegung, ja selbst im Ruhezustand verbrannt.

5 Mythos: Auf die Uhrzeit kommt es an: Morgens ist Training am effektivsten

Lediglich dem Ausdauersport wird eine bessere Wirkung beim Abnehmen zugeschrieben, sofern man ihn vor der ersten Mahlzeit betreibt. Ansonsten ist die Uhrzeit nicht relevant. Hauptsache Bewegung.

6 Mythos: Aufwärmen ist unnötig, weil man beim Sport doch sowieso warm wird

Nein, durch das Aufwärmen werden Muskulatur, Bänder, Gelenke und Sehnen auf die folgende Belastung durch Sport vorbereitet. Dadurch wird Verletzungen vorgebeugt.

7 Mythos: Auch das Cool-down ist überflüssig. Nach dem Sport schön duschen reicht zur Entspannung

Auf das Cool-down sollte niemand verzichten. Dadurch fahren Puls und Herzschlag wieder langsam herunter. Muskeln werden durch leichtes Stretching gelockert und Trainierende schalten mental in den Entspannungsmodus. Außerdem senkt auch das Cool-down das Verletzungsrisiko und hilft den Muskeln bei der Regeneration.

8 Nur intensives Cardio-Training macht richtig fit

Cardio-Training bring das Herz-Kreislauf-System auf Touren. Aber auch mit einem sogenannten HIIT-Training (Hochintensives Intervall-Training) an Geräten oder mit dem eigenen Körpergewicht erreicht man ein ähnliches Ergebnis. Noch dazu wird durch HIIT die Muskulatur stärker als beim Cardio-Training beansprucht und Kalorien werden in kürzerer Zeit verbrannt. Der Nachbrenneffekt beim Ausdauer-Training erhöht zusätzlich den Kalorienverbrauch.

9 No pain no gain – ohne Muskelkater bringt Sport nichts

Nein, Schmerzen sind kein Effektivitätsgarant. Training sollte vor allem Spaß machen, so bringt es auch den erwünschten Erfolg.

10 Wer schlank sein will, darf nach 18 Uhr nichts mehr essen

Nein, das stimmt so nicht. Es zählt vielmehr die Energiebilanz des ganzen Tages. Wer mehr Kalorien verbraucht, als er zu sich nimmt, verliert Gewicht.

Zusatz:

Retro-Trend: Trends kommen und gehen – manche bleiben länger, manche kürzer. Im Fitnessbereich hält sich ein Trend jedoch schon seit einigen Jahren: Das sogenannte Bodyweight-Training. Hier wird ausschließlich mit dem eigenen Körpergewicht und ohne Hanteln oder Geräte trainiert. Dabei kommen dann altbekannte Übungen zum Einsatz, die jeder schon in der Schule gelernt hat – sie heißen heute nur anders: Pull-ups (Klimmzüge), Push-ups (Liegestütze), Squat (Kniebeugen), Sit-ups (Rumpfbeugen) und Dips (Barrenstütz).

Mit diesen Übungen steigert das Bodyweight-Training die Kraft und die Ausdauer und fördert zusätzlich die Beweglichkeit. Obwohl es einfach scheint, sollte man sich die Übungen von Profis in Studios zeigen lassen. Danach kann man sie unterstützend zum Studio-Training aber auch einfach alleine zu Hause durchführen. Nach Profi-Anleitung ist das Verletzungsrisiko relativ gering.