Wenn der Bauch schmerzt: Hausmittel gegen Druck und Ziepen – und wann man zum Arzt sollte

Jeder kennt sie, jeder hat sie ab und zu: Bauchschmerzen. Es zwickt und drückt, es gluckert und krampft, manchmal gesellt sich auch noch Übelkeit dazu. Dagegen helfen können Omas Hausmittel – bis zu einem gewissen Grad jedenfalls. Werden die Schmerzen unerträglich oder halten tagelang an, sollte man aber zum Arzt gehen.

FENCHEL, ANIS UND KÜMMEL
Ein Mix aus diesen Gewürzen schmeckt vielleicht nicht gerade superlecker, bringt aber schnelle Hilfe bei Bauchschmerzen und -krämpfen. Alle drei wirken krampflösend und gegen Blähungen. Es gibt die Mischung entweder fertig im Beutel zu kaufen – man kann sie aber auch ganz leicht selbst herstellen: Einfach zwei Teile Fenchel-, zwei Teile Anis- und ein Teil Kümmelsamen vermischen und mit einem Mörser zerstoßen. Anschließend alles zusammen mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergießen und fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann in kleinen Schlucken langsam trinken.

BITTERSTOFFE
Auch dieses Hausmittel klingt nicht lecker. Trotzdem helfen Bitterstoffe sehr gut gegen Bauchbeschwerden, weil sie die Verdauung wieder in Schwung bringen. Sie regen schon in dem Moment, in dem sie die Geschmacksknospen der Zunge stimulieren, Magen, Darm, Leber und Galle an: Verdauungssäfte werden produziert, die Darmbewegung gesteigert und Bauchkrämpfe dadurch gelindert. Außerdem bremsen Bitterstoffe den Appetit. Sie finden sich zum Beispiel in Radicchio, Artischocken, Chicorée, Rucola oder Blumenkohl, in Zitrusfrüchten, Ingwer, Pfeffer oder Kardamom.

APFELESSIG
Apfelessig hilft zum Beispiel bei länger anhaltender Verstopfung oder akut wenn man zu fettig oder zu viel Süßes gegessen hat, weil er die Bildung von Verdauungssäften anregt. Die Säure bekämpft zudem schädliche Keime im Darm. Außerdem enthält der Essig alle wichtigen Inhaltsstoffe, die auch im Apfel stecken: Beta-Carotin, Folsäure, Vitamin B und C, Eisen, Magnesium, Kalium und Spurenelemente. Einfach zwei Esslöffel Apfelessig in einem Glas Wasser verrühren und dann in kleinen Schlucken trinken. Wichtig ist, auf die Qualität zu achten, am besten also zu Bio-Ware zu greifen. Bei Gastritis oder einem säureempfindlichen Magen übrigens lieber nicht trinken.

In den meisten Fällen sind Bauchschmerzen harmlos. Sie treten zum Beispiel als Folge von Blähungen, zu viel Essen oder bei einem Magen-Darm-Infekt auf. In seltenen Fällen können hinter Bauchschmerzen aber auch ernsthafte Erkrankungen wie ein Magengeschwür stecken – oder sie treten als Symptom bei Herzinfarkten, Nierensteinen oder Lebensmittelvergiftungen auf. Darum: Bei sehr starken oder chronischen Bauchschmerzen unbedingt zum Arzt gehen!