Die Organ-Uhr: Jedes Organ hat eine Zeit, zu der es besonders aktiv ist oder Ruhe braucht. Wir erklären, wie das funktioniert

Wer seinem Körper Gutes tun möchte, der richtet sich nach seinen Organen. Das sagt zumindest die Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin. Demnach hat jedes Organ eine bestimmte Zeit, in der es besonders gut arbeitet oder Ruhe braucht. Der Rhythmus leitet sich aus der Energieversorgung durch die Meridiane ab. Er wiederholt sich exakt im 24-Stunden-Takt. So kann ständige Mattheit etwa mit der Milz zusammenhängen, Unruhe mit dem Herzbeutel, Verspannungen mit dem Darm. Einfach gesagt werden Organe, die sich zu für sie unpassender Zeit Herausforderungen stellen müssen, schlicht überlastet.

NACHTAKTIV
0 bis 2 Uhr: Gallenblase. Sie gibt im Körper den Takt an – folglich bringt uns ein Missverhältnis aus dem Takt. Die Folge sind Gallensteine oder eine Entzündung, Verspannungen, Ungeduld, Schlafprobleme oder Kopfschmerzen. Stärkung: Pfefferminztee, Tagebuch schreiben.

2 bis 4 Uhr: Leber. Das Entgiftungsorgan beeinflusst die Kreativität. Es sorgt dafür, dass alles läuft, wie es soll, verleiht Kraft und Anpassungsfähigkeit. Wer hier Probleme hat, merkt das an dauernder Anspannung mit Verspannungen, Bauchkrämpfen, Spannungskopfschmerzen, Muskelzucken, Bluthochdruck. Stärkung: Die Entgiftungsleistung stärken, gesund essen und trinken, entschlacken, Gründe für innere Anspannung finden und loswerden.

4 bis 6 Uhr: Lunge. Die Energieversorgung des Körpers läuft dann auf Hochtouren, wenn der Mensch schläft. Ist der Lungenmeridian gestört, kann es sein, dass man nachts häufig genau jetzt wach liegt. Aber auch Allergien und Asthma können Symptome sein. Stärkung: In gut gelüfteten Räumen schlafen und die Lunge durch Atemübungen kräftigen.

6 bis 8 Uhr: Dickdarm. Am frühen Morgen wird der Körper gereinigt, der Dickdarm ist gut durchblutet. Er fühlt sich mit einem regelmäßigen Tagesablauf am wohlsten, auf Durcheinander reagiert er mit Verstopfung, Durchfall, Schmerzen oder Nasenschleimhautproblemen. Stärkung: feste Schlafenszeiten, viel trinken und ausgewogen ernähren.

MORGENFRISCH
8 bis 10 Uhr: Magen. Zwischen 7 und 9 Uhr kann der Organismus Nahrung am besten verarbeiten. Probleme im Magen-Energiefluss äußern sich etwa in Appetitlosigkeit, einer Magenschleimhautentzündung, Geschwüren. Es kann aber auch zu Brustentzündungen oder starken Menstruationsbeschwerden kommen. Stärkung: leicht verdauliche Kost, Kräutertee, Ruhe und Zeit beim Essen – vor allem zur Magenzeit.

10 bis 12 Uhr: Milz. Wer hätte das gedacht: Die Milz ist an unserem Konzentrationsvermögen beteiligt – das ist um diese Zeit am höchsten. Ist der Milzmeridian blockiert, treten Schwere oder auch Allergien auf. Möglich sind aber auch Diabetes II oder Übergewicht. Stärkung: Nach Lebensmittelunverträglichkeiten forschen, körperlichen und mentalen Ballast abwerfen.

MITTAGSHOCH
12 bis 14 Uhr: Herz. Am Mittag ist das Herz gefragt. Deshalb: Die Pause zum Beispiel mit Kollegen verbringen und Energie für die zweite Tageshälfte tanken. Wer sein Herz verausgabt hat, landet in einer Art permanentem Mittagstief mit Lustlosigkeit, Verschlossenheit und innerer Unruhe. Stärkung: bewusst Pausen einlegen und Übungen zur Entspannung.

14 bis 16 Uhr: Dünndarm. Jetzt wird verdaut – Gutes darf bleiben, Schlechtes wird aussortiert. Wurde zu viel Unverdauliches gegessen, gerät der Dünndarmmeridian ins Stocken, der Mensch wird lustlos und matt, es gibt Durchfall, Nackenschmerzen und sogar Aphten im Mund. Stärkung: gesund essen, viel Ruhe, das Leben ordnen.

NACHMITTAGSKRAFT
16 bis 18 Uhr: Blase. Während dieser Zeit ist der Kreislauf in Topform, die Konzentration läuft auf Hochtouren, Gifte werden ausgeschieden. Ist der Meridian gestört, kann es zu Schlaffheit, Rückenschmerzen oder Harndrang mit Brennen kommen. Stärkung: Richtig trinken und mentale Stärke aufbauen.

18 bis 20 Uhr: Niere. Laut Chinesischer Medizin speichern die Nieren die Lebensenergie, die man über den Tag sammelt. Probleme damit können zu Schlafstörungen und Erschöpfung bis Burnout führen. Dazu: Rückenschmerzen, Libidoverlust, Schwindel, Kopfschmerzen, Unsicherheit. Stärkung: Jetzt das Tempo drosseln, Lebensgewohnheiten überprüfen und entspannen.

ABENDDÄMMERUNG
20 bis 22 Uhr: Herzbeutel. Der Herzbeutel umschließt das sensible Herz. Er muss stabil sein, um Angriffe abzuwehren, gleichzeitig durchlässig, um uns nicht hart zu machen. Wer ausgeglichen ist, hat meist einen starken Herzbeutel. Eine Störung zeigt sich durch Unsicherheit, Unruhe und Ängste. Stärkung: Selbstsicherheit trainieren.

22 bis 0 Uhr: Dreifacherwärmer. Er ist für die Flüssigkeits- und Wärmeverteilung im Körper zuständig. Jetzt naht die Nachtruhe, das Schlafhormon Melatonin wird ausgeschüttet. Ist das Meridian gestört, gibt es heiße Köpfe und kalte Füße, Gedankenkreisen, Reizhusten, Tinnitus. Stärkung: Bewegung oder Massagen helfen.