Sonnenbrille nicht vergessen

Sobald sich die Sonne mal zeigt, zeigen wir gerne unsere Sonnenbrillen. Nicht nur um unsere Augen vor dem hellen Licht zu beschützen, sondern auch um cool auszusehen. Denn eine Sonnenbrille ist auf jeden Fall ein Accessoire, das jeden Look aufwertet und perfekt ergänzt. Darum haben die meisten von uns ja auch nicht nur eine Sonnenbrille zuhause, sondern gleich mehrere verschiedene. Die Dinger kosten ja auch nicht viel. Vor allem nicht bei einem der Fake-Shops, die es an vielen beliebten Stränden der Welt gibt. Aber auch bei Klamottenläden wie H&M und Primark gibt es günstige Sonnenbrillen. Bleibt nur die Frage: Sollten wir die auch wirklich tragen? Oder sind billige Sonnenbrillen vielleicht sogar gefährlich für unsere Gesundheit?

Dr. Boris Breuer ist Augenarzt am Klinikum Bielefeld. Er weiß also, was gut für unsere Augen ist. Billige Sonnenbrillen sind es unter Umständen nicht! „Gefälschte Sonnenbrillen können tatsächlich schädlich sein“, sagt der Mediziner. Aber warum? „Die Tönung kann zum Problem werden.“ Denn nur weil eine Sonnenbrille abdunkelt, also tönt, schützt sie nicht. Das Wichtige bei einer Sonnenbrille ist der UV-Schutz. Denn nicht nur das helle Licht, das wir sehen, erreicht unser Auge, sondern auch unsichtbare Strahlen, sogenannte ultraviolette Strahlen. Daher die Abkürzung UV. Sie können das Auge bei zu langer Einstrahlung dauerhaft schädigen. Neben Entzündungen können Grauer Star oder sogar, in Extremfällen, das Erblinden Folgen sein.
Darum haben viele Brillen im Geschäft einen Aufkleber, auf dem „UV 400“ steht. Eine Sonnenbrille UV 400 ist eine Sonnenbrille, die alle UV-Strahlen im Bereich von 280 bis 400 Nanometern Wellenlänge abhält. Sie bietet also sehr guten Schutz! Weltweit ist die Bezeichnung aber nicht einheitlich definiert, weshalb man im Ausland nicht genau wissen kann, ob die Sonnenbrille auch wirklich gegen die Strahlen hilft. In Deutschland aber kann man davon ausgehen, dass Brillen, die mit UV 400 ausgewiesen sind, auch wirklich schützen. Am sichersten ist es aber, seine Sonnenbrille beim Optiker untersuchen zu lassen oder sie direkt dort zu kaufen.

Warum aber sind gefälschte Sonnenbrillen besonders gefährlich fürs Auge? Durch die von Dr. Breuer angesprochene Tönung weiten sich beim Tragen einer solchen Brille die Pupillen, sie lassen also mehr Licht ins Auge eindringen. Trägt man also eine gefälschte Sonnenbrille ohne richtigen UV-Schutz, kann die gefährliche Strahlung tief ins Auge eindringen. So entsteht dann „tatsächlich ein Schaden durch eine schlechte Sonnenbrille“, sagt Dr. Breuer.
Das heißt aber nicht, dass teure Sonnenbrillen automatisch besser sind. „Ein guter UV-Schutz muss nicht viel kosten“, sagt auch Dr. Breuer. Wichtig ist nur, dass man sich vor dem Kauf informiert. Und dass man die Sonnenbrille auch wirklich trägt. Denn sie ist eben viel mehr als nur ein cooles modisches Accessoire.

Wer bei sonnigem Wetter ohne Sonnenbrille unterwegs ist, riskiert also schon seine Augengesundheit. Wer aber gerne im Urlaub mit Snowboard im Schnee unterwegs ist oder viel auf dem Wasser ist, etwa beim Surfen oder Segeln, der sollte sich beim Optiker und im Fachgeschäft nach Brillen mit besonderem Schutz erkundigen. Denn auf dem Wasser und durch den Schnee verstärkt sich die Sonneneinstrahlung erheblich. Für alle normalen Sonnentage aber bietet eine Sonnenbrille mit UV 400 den idealen Schutz.