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Narben behandeln

Wissenswertes rund um das körpereigene Kunststopfen

Allgemeines
Jede Narbenbildung ist individuell unterschiedlich. Sie hängt ab von der Art der Verletzung, dem Ort der Verletzung, dem Heilungsprozess sowie erblichen und hormonellen Faktoren. Warum genau einige Menschen Narbenwülste bekommen und andere nicht, weiß die Wissenschaft noch nicht genau. Jugendliche und junge Erwachsene, wie auch dunkelhäutige Menschen sind jedoch häufiger betroffen.

Narbe ist nicht gleich Narbe – aber welche „Arten“ von Narben gibt es eigentlich

  1. Physiologische: unauffällig, nicht verdickt, nicht eingezogen
  2. Sklerotische Narben: unelastisches, hartes Narbengewebe, das oft dazu neigt, zu schrumpfen.
  3. Atrophe Narben: grübchenartige Narben, die tiefer liegen als das Hautniveau drumherum, z. B. durch Windpocken oder Akne. Diese entstehen, weil sich bei der Wundheilung zu wenig Ersatzfasern bilden.
  4. Hypertrophe Narben: roter, häufig juckender und manchmal schmerzhafter Bindegewebswulst, der in der Fläche jedoch nicht über die ehemalige Wunde hinausgeht. Der Körper hat sozusagen zuviel repariert. Sie entstehen häufiger bei Infektionen oder wenn die Wunde nicht ruhiggestellt wurde. Sie bilden sich aber meist innerhalb von zwei Jahren zurück.
  5. Keloide: Narben, die deutlich über den Wundrand hinaus wuchern. Hierbei können sogar kartoffelgroße Knoten entstehen.

Was kann man selbst tun?
Hygiene: Eine Wunde sollte sich auf keinen Fall infizieren – also nicht Kratzen, auch wenn es schwer fällt. Gibt es doch eine Entzündung, z. B. mit deutlicher Rötung: Besser auf zum Hautarzt!

Vermeiden von (starkem) Zug oder Spannung: kein Dehnen und Sport, vor allem bei großen Wunden. Denn so wird das neue Gewebe zu sehr strapaziert. Leichte Bewegung ist aber gut.

Narben-Massage: Das neue Gewebe mit leichtem Druck massieren. Dabei kann man eine Feuchtigkeitscreme (keine fetthaltige Salbe!) benutzen. Auch feuchte Umschläge sind sinnvoll.

Keine Sonne – und kein Solarium! Das frische, noch gerötete Gewebe muss vor Sonnenstrahlung geschützt werden. Also: Sunblocker oder Pflaster drauf. Sonst kann sich die junge Narben-Haut dunkel verfärben, und das für immer!

Was kann der Hautarzt tun?
Auch wenn es sich wild anhört: Die „Wucherungen“ bei hypertrophen Narben oder Keloiden sind gutartig. Wer aber unter einer Narbe leidet – ob wegen Juckreiz oder Schmerz, Unbeweglichkeit oder Spannungsgefühl oder allein aus kosmetischen Gründen – sollte einen Hautarzt besuchen (Dermatologe). Er oder sie wird sich das Narbengewebe ansehen und kann dann z. B. spezielle Narbensalben oder Narben-Pflaster verschreiben.