Kaffee – die Droge der Nation Jul17

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Kaffee – die Droge der Nation

Kaffee – die Droge der Nation

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Kaffee war und ist der Deutschen Lieblingsgetränk. Rund 150 Liter davon genießen wir im Durchschnitt pro Jahr. Hier einige praktische Tipps und skurrile Zahlen und Fakten über den schwarzen Wachmacher.


„Muckefuck“ und „Erichs Dröhnung“

Nein, das sind keine neuen Indie-Punkbands, sondern zwei Namen für Ersatzkaffee: „Muckefuck“ ist der Getreidekaffee, der besonders nach dem Krieg aufgrund von Bohnenmangel aus der gerösteten Wurzel der Zichorie (Verwandte des Chicorées) gebraut wurde. Auch später in der ehemaligen DDR waren Kaffeebohnen Mangelware. Dort wurde das Kaffeepulver mit Getreide, Zuckerrüben und Erbsen gestreckt. Was nach dem Aufguss dabei herauskam, war als „Erichs Dröhnung“ verschrien.

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Lieber Kaffee als Sex!
Das freut die deutsche Kaffeeindustrie: Laut repräsentativer Umfrage verzichten 57 Prozent (!) der Deutschen lieber eine Woche auf Sex als auf ihren Kaffee. Ob das allerdings auch für besonders schlechten Kaffee und besonders guten Sex gilt, wurde nicht abgefragt…

Katzenjammer?

Als teuerster Kaffee der Welt gilt der indonesische „Kopi Luwak“ – pro Kilo gerösteter Bohnen zahlt man um die 220 Euro. Die rohen Kaffeekirschen werden an Schleichkatzen verfüttert. Diese verdauen das Fruchtfleisch, die darin enthaltenen Bohnen fermentieren auf ihrem Weg durch das Gedärm der Schleichkatze und kommen am anderen Ende als Delikatesse wieder heraus – Mahlzeit!

Gut gebrüht genießen

Wenn es um die Zubereitung der perfekten Tasse Kaffee geht, scheiden sich die Geister. Mit religiösem Eifer werden in Barista-Kreisen die Vor- und Nachteile verschiedener Methoden diskutiert. Ein unbestreitbares Comeback hat in den letzten Jahren allerdings der gute alte Filterkaffee gefeiert – Low-Tech, günstig und mit der Möglichkeit zum geschmacklichen „Feintuning“.

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So funktioniert‘s:

 

  1. Mahlgrad des Kaffeepulvers

Ideal für Filterkaffee ist ein mittlerer Mahlgrad. Ist das Pulver zu fein, verstopfen die Filterporen, ist es zu grob, fließt das Wasser zu schnell durch und der Kaffee wird zu dünn.

 

  1. Dosierung des Kaffees

Nichts ist peinlicher, als Gästen eine dünne Plörre anstelle eines köstlichen Kaffees zu servieren. Deshalb gilt bei der Dosierung des Kaffeepulvers folgende Faustregel:
pro 125ml (kleine Kaffeetasse) – 7,7g

pro 195ml (Kaffeebecher) – 12g

pro 1l (Kanne) – 61,5 g

 

Ein normaler gehäufter Tee- oder Kaffeelöffel fasst ca. 5 Gramm Kaffee. Die meisten Dosierlöffel für Kaffee messen glattgestrichen genau 7g ab. Perfektionisten können natürlich auch gern mit der Küchenwaage arbeiten.

  1. Wassertemperatur

Nie das Wasser noch kochend über das Pulver gießen. Dabei leidet – ebenso wie bei zu kaltem Wasser – das Aroma. Besser: Wasser nach dem Aufkochen noch eine Minute stehen lassen. Dann hat es die ideale Temperatur von 92 bis 96 Grad Celsius.

  1. Filter

Bevor das Pulver in den Filter kommt, diesen kurz mit heißem Wasser ausspülen. Das  vermeidet Papiergeschmack im späteren Kaffee. Dann Pulver einfüllen und dabei auf eine glatte, ebene Oberfläche achten. So wird es schön gleichmäßig vom Wasser durchdrungen.

  1. Aufgusstechnik

Wasser von innen nach außen in kreisförmigen Bewegungen über das gießen. Den Aufguss beenden, wenn das Wasser im Filter circa einen Zentimeter über dem Kaffeepulver steht. Kurz vorsichtig mit einem Löffel umrühren. Danach fortlaufend Wasser nachfüllen, aber nie höher als beim ersten Aufguss. Ideale Brühzeit: fünf Minuten. Danach gelangen zu viele Bitterstoffe in den Kaffee.